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Mut zur Angst

„Beim zweiten Termin werden wir….“ Ich schrecke auf, mein Blick schweift nach links. Mein Sitznachbar starrt gelangweilt auf den Tisch. Plötzlich wird mir kalt, mein Herz schlägt schneller – ich höre meinen Puls, ich ringe nach Luft und meine Hände fangen an zu zittern. Mein Blick wird enger, mir wird schwindlig. Meine Gedanken kreisen: „Ich muss hier raus, ich will hier weg, aber was werden die anderen denken?“ Ich bleibe sitzen, versuche mich abzulenken, male mit meinem Stift hektisch Kreise auf das Papier.

Ich versuche mich zu beruhigen: „Das ist alles nicht so schlimm. Ich darf nicht daran denken, dann wird es noch schlimmer. Aber was, wenn ich dann doch ohnmächtig werde? Was passiert, wenn ich jetzt das Seminar verlasse? Was passiert, wenn ich gar nicht mehr auf die Uni gehen kann? Merken die anderen um mich herum, dass ich schwer atme, dass meine Hände zittern, dass sich meine Beine unruhig bewegen. Ich habe Angst. Angst, was wohl die anderen denken. Ich muss hier raus…..“

mut-zur-angst

Dieser Gedankentext ist fiktiv. Aber jede/r, der/ die unter starken Ängsten leidet, kennt diese oder ähnliche Symptome. Angst hat immer etwas Quälendes, Bedrohliches, Beunruhigendes und löst ein Gefühl von Ohnmacht in uns aus. Leidet jemand unter ständiger Angst und fühlt sich dadurch in seinem/ ihren Leben und im Alltag beeinträchtigt, spricht man gewöhnlich von einer pathologischen Angst.

Laut der Studierenden-Sozialerhebung 2009, eine umfassende Studie zur Situation gesundheitlich beeinträchtigter Studierender an Österreichs Hochschulen, geben 15% an, unter Leistungsdruck und Versagensängsten, 18% unter Prüfungsangst zu leiden und 15% haben Ängste vor Publikum vorzutragen. An der Studie nahmen über 40.000 von gesamt 332.624 StudentInnen (2009) teil.

Selten wird darüber gesprochen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass das Thema „Angst im Studium“ thematisiert wird. In diesem Sommersemester startet deshalb das Gesellschaftspolitische Referat der ÖH, für Studierende mit Angststörungen das Projekt “Mut zur Angst“. Jeden letzten Dienstag im Monat (29. März, 26. April, 31. Mai & 28. Juni) um 19:30, können sich betroffene StudentInnen treffen, um Erfahrungen und Informationen auszutauschen. Treffpunkt ist in der Kaigasse 28, im 1. Stock.

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