Die Kontingenz von dreiviertel Takt und Knüppelschlägen
Freitag, den 18. März 2011 um 18:24 Uhr
Am 29. Jänner 2011 fand zum 59. Mal der Ball des Wiener Korporations-Rings (WKR) in der Wiener Hofburg statt. Seit 1952 schwingen hier Mitglieder von rechts bis rechtsextremen Studentenverbindungen aus dem deutschnationalen Lager - wie beispielsweise die Burschenschaften Olympia, Teutonia sowie Cimbria - das Tanzbein. Jene vertreten eine rassistische, sexistische und faschistische Ideologie, fernab von jeglichem demokratischen Grundkonsens, was auch dieses Jahr für einen Zusammenschluss von mehreren hundert Demonstrant_innen aus ganz Österreich sorgte. Doch „Jedes Jahr die selbe Scheiße“ fragten sich nicht nur Demonstrant_innen, sondern offensichtlich auch Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl.
Dieser untersagte nämlich den Demonstrationszug kurzfristig, wobei als Grund die „Gefährdung öffentlicher Sicherheit“ angegeben wurde; erlaubt wurde vorerst lediglich eine Kundgebung im Sigmund-Freud-Park. Diese wurde dann jedoch ebenfalls nicht gestattet, was auf Empörung und Unverständnis auf Seiten der Demonstrant_innen stieß. Zusätzlich wurden ohne Angabe eines Grundes Personalkontrollen bei ankommenden Bussen durchgeführt, welche rund 1,5 h in Anspruch nahmen und von etwa 30 Polizisten überwacht wurden. Trotz der polizeilichen Maßnahmen und Anzeigedrohungen folgten am frühen Abend mehrere Spontandemos in ganz Wien so auch in der Mariahilfer oder der Westbahnstraße, was Sachbeschädigungen und Festnahmen nach sich zog. Kesselungen wurden stundenlang aufrecht erhalten, Personaldaten wurden einzeln aufgenommen.
Da wird sich manch eine_r fragen, wogegen eigentlich angekämpft werden soll.
Inzwischen sind auch die Anzeigen da. Artikel aus dem Standard dazu: Anzeige nach Korporationsball / Informationen zum Umgang mit Anzeigen: Know your Rights: „Wenn das Brieftäubchen kommt…“

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