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Fail! Studienverschlechterungs-Novelle im Wissenschaftsausschuss beschlossen

Der Wissenschaftsausschuss hat es gestern beschlossen, der Nationalrat wird es wohl auch bald tun: Knock-Out Phasen, Schikanen und Verwirrung werden im Universitätsgesetz verankert.

Aus Sicht der GRAS ist der neue Entwurf für die Novelle des UG 2002 eine bildungspolitische Katastrophe und ein erneuter Anschlag auf den freien Hochschulzugang, auf kritische Lehre, auf alle Studierenden wie auch Lehrenden. Bereits zu Beginn des Studiums werden hier Studierenden riesige Steine in den Weg gelegt und signalisiert: Studierende, die sich mit dem Stoff intensiv, umfassend, kritisch und vertiefend auseinandersetzen wollen, sind hier fehl am Platz. Bildungsministerin Karl scheint keinerlei Konzept zu haben, stattdessen werden komplett chaotisch einzelne Maßnahmen gesetzt, die alle nur dazu führen, dass die Studienbedinungen noch schlechter werden und der freie Hochschulzugang noch weiter eingeschränkt wird.

Was ändert sich genau? Ein Überblick in drei Punkten.

1. Die Studieneingangs- und Orientierungsphase wird verschärft. Die Abkürzung könnte zukünftig statt "STEOP" als ein lautes "STOP" interpretiert werden.

Die für ein Semester vorgesehene STEOP soll ab nun zwingende Voraussetzung für die Fortsetzung des Studiums sein. Die im Rahmen der STEOP zu absolvierenden Prüfungen werden an vielen Universitäten lediglich einmal wiederholt werden dürfen - in ihrer Satzung können Unis nur eine weitere Wiederholungsmöglichkeit beschließen. Auch diese Abmilderung würde zu einer fatalen Verschlechterung führen und Studierenden das Recht auf einen fairen Prüfungsverlauf verwehren. Denn die Möglichkeit einer kommissionelle Prüfung wird in der STEOP voraussichtlich komplett abgeschafft.

In nur einem Semester kann darüber hinaus keine wirkliche Orientierung geboten werden.

Im Gegenteil: Hier dient das nette Wörtchen "Orientierung" der Verschleierung der Tatsachen - nämlich, dass die STEOP schlicht eine Knock-out Phase zur Selektion von Studierenden darstellt!

2. Verpflichtende Voranmeldung für alle Studien. Künftig können sich Studierende nur noch bis zum 31. Jänner (für das Somemrsemester) oder bis zum 31. August (für das Wintersemer) für ein Studium anmelden. Wer die Frist verpasst hat dann Pech gehabt und wird vor verschlossene Unitüren gestellt. Damit soll eine höhere "Planbarkeit" ermöglicht werden. Das dass unrealistisch ist, geben sogar RektorInnen, UnirätInnen und Senatsvorsitzende zu - die Chance, dass StudentInnen sich aus Angst vor nicht zu überwindenden STEOPs und Aufnahmeprüfungen für etliche Studien inskribieren ist hoch - das Argument schießt also komplett ins Leere.

Übrig bleibt: Pure Schikane für Studierende!

3. Verpflichtende Studienberatung

Ab dem Wintersemester 2012 darf nur noch studieren, wer sich zuvor beraten lassen hat. Damit soll die Drop-out Quote gesenkt werden - es wird also angestrebt, dass weniger Studierende ihr Studium abbrechen. Aus Sicht der GRAS ist Beratung prinzipiell keine schlechte Idee - gäbe es ausreichende Finanzierung für ein flächendeckendes und qualitativ hochwertiges Beratungsangebot. Aber auch dann wäre noch zu bemängeln, dass eine umfassende Vorbereitung auf die Hochschulzeit bzw die Zeit nach der Schule bereits im Kindergarten beginnt und eigentlich nie endet. Ohne Geld und ohne Plan, so wie es Karls Vorschlag vorsieht ist demgegenüber jetzt schon zu befürchten, dass SchülerInnen dazu gezwungen werden, Beratung wahrzunehmen, die ihnen überhaupt nichts bringt, die nicht auf sie eingeht und mehr Verwirrung als Unterstützung bietet. Außerdem geht eine "Pflicht" zur Beratung wohl an der Realität vorbei: Manche SchülerInnen wissen genau was sie wollen, und haben sich bereits im FreundInnenkreis informiert. Andere würden sich vielleicht gerne beraten lassen, wissen aber nicht wo sie genau die Infos bekommen die sie brauchen.

Die GRAS fordert daher ein flächendeckendes und an die Bedürfnisse der StudentInnen angepasstes Beratungsnetz, das nicht nur an einem Tag aufhört und beginnt sondern über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit gibt, herauszufordern, was eins gerne studieren möchte.

Nach dem finanziellen Anschlag auf Studierende durch die Streichung von zwei Jahren Familienbeihilfe stellt dies nun einen weiteren Rundumschlag auf dem Rücken der StudentInnen dar.

 

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